Kripper Großbetriebe


Die Kripper Ziegelei

Die Ziegelei entstand um 1900 durch den Amerikaner Heitemeyer, der die dort gebrannten Ziegelsteine für den Bau seiner Lederfabrik benötigte. 1928 wurden die Ziegel von der Firma Faßbender gebrannt und 1930 wurde die Ziegelei von der Firma Faßbender übernommen. Die Nachfolgefirma Ludowici (1950) produzierte Ziegel und Bimssteine, stellte die Produktion 1959 aber gänzlich ein.
(Quelle: Zeitdokument Willi Weis und Hildegard Funk (http://www.geschichte-kripp.de/2.html))




Neben der Lederfabrik stand das Gelände der früheren Ziegelei, wo heute ein kleiner Gewerbepark eingerichtet ist. Auf dem Foto sieht man, wie das Hochwasser der Ahr die Senke füllt. Der hintere Schornstein gehört zur Lederfabrik.

Die alte Ziegelei hatte einen ähnlich hohen Schornstein wie der von der Lederfabrik. Darüber hinaus bestand die Ziegelei aus einem festen Brennofen und diversen Ziegelhütten zum Trocknen der Steine. Die Ziegel wurden aus Lehm, Sand und Wasser hergestellt. Diese Resourcen waren reichlich vorhanden. Der Lehm wurde durchgearbeitet, gereinigt, getreten und in Holzformen gepresst. Anschließend wurden sie in den Ziegelscheunen zum Trocknen gelagert, bis sie eine lederartige Konsistenz besaßen. Danach brannte man die Ziegel im Meiler etwas drei bis fünf Mal.

                                    

Von der Zeit, als Kripp noch ein Lehmbäckerdorf war, zeugen heute noch die vielen kleinen Häuser aus rotem Ziegelstein, entlang der damaligen Hauptstraße, sowie das Kripper Wahrzeichen, der Wasserturm (hinten links). Das obige Haus steht in der Quellenstraße, ist aus den damaligen Kripper Ziegel erbaut und steht heute unter Denkmalschutz


                                               Quellen Lehnig

Im Kreis Ahrweiler, Kreis Bonn, Kreis Siegburg und Altenkirchen, im Kreis Koblenz und Neuwied, überall sah man sie, die roten Quellen Lehnig Fahrzeuge, vollgepackt mit Holzkisten, Wasser und Limonade. Der gesamte  Versorgungskreis der in Kripp abgefüllten Getränke war riesengroß. In Glanzzeiten gab es nahezu 30 dieser Fahrzeuge, die ihr Gut an die private Kundschaft brachte.
Ich höre heute noch die Stimme von Adolf Geuenich, einer der Verkaufsfahrer, wenn er beim Kunden klingelte und der ihm nicht die Tür öffnete. Dann rief er:" Hier Firma Lehnig, brauchen se viel oder brauchen se wenig".

                                                                      

Die Firma Quellen-Lehnig nutzte in den 50ern die Maria-Luisen-Quelle, um in einer selbst erstellten Anlage gegenüber der damaligen Wäscherei, Mineralwasser in Flaschen abzufüllen. Das Quellwasser zapfte die Firma Lehnig ab von der, in den zwanziger Jahren entdeckten Quelle von Ignaz Lohmer. Dieses Wasser war ein alkalischer - munialisch - salinischer Eisensäuerling, dessen Qualität für Blasen-, Nieren- und auch für Rheumabeschwerden geeignet war.  

                                         

       In diesem Gebäude am Rhein befindet sich die Marien-Luisen-Quelle mit der Pumpe und den Druckbehältern.
                                                                                                (Aufnahme 2005)

Glasflaschen wurden in der Abfüllstation, Ecke Rheinstraße/Quellenstraße, in einer Maschine gespült und kamen dann auf ein Laufband. An einem Lichtmonitor saß dann ein Mitarbeiter und kontrollierte die optische Sauberkeit von jeder Flasche. An dem Einfüllautomaten wurde dann das Mineralwasser in die Flaschen gelassen. Bei Orange- oder Zitronenlimonade wurde vorher in der Siruppresse der Fruchtsirup zugeführt. Die Schließung der Flaschen erfolgte dann durch einen Mitarbeiter, der die Flaschen von Hand durch einen Hebelverschluss verschloss. Auf der Etikettiermaschine kam dann das Lehniglogo drauf, so wie ein schmales Bändchen über den Verschluss. Man nahm dann von Hand die Flaschen aus der Etikettiermaschine und legte sie auf einen riesigen drehbaren Teller, von denen die Flaschen dann genommen wurden und in Holzkisten verpackt wurden. Mit einer Sackkarre wurden dann immer 4 Kisten in die Lagerhalle gebracht, wo sie auf die Auslieferfahrzeuge geladen wurden. Wenn Holzkisten defekt waren, wurden sie von dem Kistenflicker repariert.

                                                        

                                                                                      Mineralwasserquelle (Aufnahme 2005)

Der "Spiegel" schrieb unter dem Artikel "Sprudel auf Ehrenwort" vom 31.01.1962:
"Die  Idee  von Wolfgang Lehnig war es, der Hausfrau den Einkauf schwerer Flaschenbatterien beim Kaufmann zu ersparen, indem er die Ware über ein eigenes "Transportkommando" direkt in die Häuser schickte. Er nannte seinen neuen Geschäftszweig gefühlvoll "Getränke-Heimdienst".
Der Eschweger Fabrikant profitierte von dem Wunsch der Bundesbürger, zugleich mit den Konsumgütern auch Service einzukaufen. Dabei mag nicht zuletzt die Tatsache eine Rolle gespielt haben, daß Lehnigs Getränke-Heimdienst den Kunden das Gefühl einer Vorzugsbehandlung suggerierte, wie sie für gewöhnlich nur jener Frau Doktor zuteil wird, die sich ihren täglichen Haushaltsbedarf vom Commis bringen läßt."
Quellen-Lehnig liefert Fruchtlimonade und Mineralwasser zum Einheitspreis von 40 Pfennig je Flasche, wobei er überdies noch auf das leidige Pfandgeld verzichtet. Der Fabrikant gibt seinen Kunden gewissermaßen Sprudel auf Ehrenwort. Den Brunnen des Heilbades Kripp kaufte er.

                                        

                                            Das Pumpenhaus der Quelle mit Druckbehälter und Filteranlage. (Aufnahme 2005)

Im Jahre 2008 wurden die Restgebäude an der Ecke Quellenstraße/Rheinstraße abgerissen, und es werden dort bis zum Nagel´s Damm  Eigentumswohnungen gebaut. Unten das Bild zeigt die ehemaligen Gebäude der Firma Lehnig und ist hier dargestellt in Erinnerung an die damaligen Kripper Großbetriebe.

                                   
                                                    Ehemalige Firma Quellen Lehnig, die Mitte der 60er Jahre in Konkurs ging.

                                     
Luftaufnahme von 1969. Das Gebäude in der Mitte ist die Abfüllstation, davor eine Rampe, wo die Kisten mit den Getränken  auf die Transportfahrzeuge  eingeladen wurden und das Leergut ausgeladen. Rechts neben dem Abfüllhaus die Werkstatt für die Fahrzeuge. Ganz vorne die Villa "Nagel", das Wohnhaus der Geschäftsleitung, das war 1969 die Familie Musfeld. An der rechten Seite, da wo die Bäume stehen, ist der Nagel`s Damm, der bei Hochwasser den Druck von Rhein und Ahr abschwächt.

Frau Stuhr aus Norddeutschland schickte mir im Jahre 2010 das unten stehende Glas der Firma Lehnig. Das Glas ist von bester Qualität, die Inschrift wurde noch von keinem Spülvorgang beeinträchtigt.

                                          



                                         Möbelfabrik Atzenroth

Die Firma Atzenroth kam 1939 nach Kripp. Sie konnte ihre Größe ungehindert ausdehnen, denn hinter den Häusern der Unterkripp war ahrseitig noch eine Menge Platz. Der Eingang der Mitarbeiter war von der Hauptstraße aus, eine Holztür, dahinter die Stechuhr. Die Transportfahrzeuge fuhren hinter der Fabrik auf dem Ahrweg in die Hauptstraße.

Benno Alex, ein früherer Mitarbeiter der Firma erinnert sich:
Die Firma Atzenroth hat ausschließlich Schlafzimmer produziert. Der größte Abnehmer war Frankreich, aber auch nach Holland und Belgien transportierte Atzenroth. Die Anlieferung erfolgte in eigenen Möbelwagen. Anfangs wurde mit Echtholz Furnier gearbeitet, später wurde die Maserung per Druckmaschine aufgetragen. Anschließend mit Polyester übergossen. Nach dem Trocknen wurde der Lack mehrmals geschliffen und dann auf Hochglanz poliert.
In den Anfangsjahren wurden circa 70 Schlafzimmer im Monat produziert mit ca. 200 Mitarbeitern. Später wurde durch moderne Maschinen bis zu 70 Schlafzimmer täglich produziert. Am 31.Januar 1981 musste die Firma schließen, was für die hiesige Generation sehr schmerzhaft war.


 
 Am 21.Mai 1957, ein schwarzer Tag für die Möbelfabrik Atzenroth, Kirmestag, in Kripp, dichte Rauchwolken drangen am späten Nachmittag aus dem großen Fertigungsraum. Bald loderten  die Flammen hell auf, Feuer! Großfeuer! Alarm! Feuerwehrmänner, Schützen, Sänger und Junggesellen, die aus Anlass der Kirmes feierten, liefen eiligst zur Möbelfabrik; viele von ihnen warfen nur den Rock ab und packten in weißer Festhose und weißem Hemd beherzt zu. Benachbarte Häuser mussten geräumt werden, da für sie höchste Gefahr bestand. Fabrikgebäude, die 1400 qm Fläche bedeckten, brannten bis auf die Grundmauern nieder.






 Kripper Essigfabrik

Die Essigfabrik in Kripp wurde 1872  in Produktion genommen. Der Name dieser Kleinfabrik war Obermann & Sorgenfrey, benannt nach den beiden Gründern. 1898 wurde der Entschluss gefasst, die Produktionsstätte zu vergrößern. In der heutigen Quellenstraße 41-43 (ab 1939 Atzenroth zugehörig) erfolgte 1899 die Grundsteinlegung. Durch Heirat wurde Vincenz Voß neuer Fabrikbesitzer, nach ihm wurde in Kripp später eine Straße benannt.
(Quelle: Zeitdokument Willi Weis und Hildegard Funk(http://www.geschichte-kripp.de/2.html))

Rechnung der Firma Obermann und Sorgenfrey, die in Kripp eine Weinessighandlung hatten.
Die abgebildete Rechnung konnte Herr Krebs auf einer Auiktion in Hamburg erwerben. Sie datiert vom 1.Juli 1898, wo die Firma Weyrauch aus Eschweiler für 100KG Essig 44 Mark bezahlte. Auf der Rechnung ist zum Transport die Bahnstation Linz angegeben. Zum Verkauf kam feinster Weinessig, Rheinweinessig und Bordeauxessig. Auf der Rechnung steht vor dem Datum eingedruckt: Kripp a/Rhein.

Die Rechnung ist heute im Besitz des Bürger- und Heimatvereins Kripp.
 

Anton Luchs, ein Mitarbeiter dieser Firma, war dort der Senfmeister. Er übernahm 1950 die Herstellung und den Vertrieb von Essig und Senf und war bis 1965 der letzte Besitzer der nun benannten Essig- und Senffabrik, die mittlerweile in der Quellenstraße 131 ansässig war. 1965 wurde der Betrieb für immer eingestellt.
Herr Luchs fuhr ein Auto mit einer hinteren Ladepritsche, worauf die Essigfässer und Senfbehälter standen. Das Auto hatte mittig vorne nur ein Rad. Wir Kinder nannten ihn “Essigluchs”, und sein Auto fuhr kaum schneller, als wir laufen konnten. Sein Hauptkunde war das Krankenhaus Maria Stern in Remagen.

Heute wird Essig synthetisch hergestellt, aber damals in Kripp wurde die Essigsäure noch natürlich produziert.

 So sah das Dreiradauto von Anton Luchs aus. Allerdings war seine Farbe des Autos graugrün und auf der Ladefläche stand immer eine große Holzkiste. Laut einem Gesetz von 1928 durften alle Kraftfahrzeuge die weniger als vier Rädern hatten, und einen Hubraum unter 350 Kubikzentimetern, ohne gültigen Führerschein gefahren werden. Da solche Fahrzeuge steuerfrei betrieben werden konnten, gab es eine entsprechend große Nachfrage.
Viele dieser Zweitakter wurden von Kohlenhändlern, Holzhändlern, Gemüsehändlern usw. gefahren. Ob Anton Luchs keinen Führerschein hatte, ob er aus Steuregründen dieses Auto fuhr, oder ob das Auto für ihn die ideale Größe in bezug auf Raum oder Geld hatte, konnte bislang nicht ermittelt werden.




Die beteiligten Bakterien oxydieren Aethylalkohol zu Essigsäure. Dieser Vorgang spielt sich auf natürliche Weise ab, wenn Gefäße mit Wein längere Zeit bei erhöhter Temperatur offen stehen bleiben. Es bildet sich dann auf der Oberfläche der Flüssigkeit eine zähe, schleimige Haut aus Essigsäurebakterien, die den Alkohol allmählich in Essigsäure überführen.

Später wurde dieses Verfahren in Kripp nach dem Schnellessigverfahren umgestellt, bei dem Fässer mit Buchen- oder Lärchenholzspänen angefüllt wurden. Von oben ließ man dann gleichmäßig eine Flüssigkeit mit 1-4% Alkohol, 7-11% Essigsäure und andere Zutaten herabrieseln., während im Gegenstrom Luft nach oben zog.

Bei richtiger Einstellung wurde auf dem Weg von oben nach unten der gesamte Alkohol durch die Bakterien in Essigsäure umgewandelt. Sollte Weinessig hergestellt, so wurde der Füllung in einem bestimmten Mengenverhältnis an Stelle von Alkohol Weinessig zugesetzt.

Die Kombination der Weinessigfabrik in Kripp zur späteren Herstellung von Senf bot sich deshalb an, da Essig ein Bestandteil der Senfherstellung ist.


Kripper Lederfabrik

Wenn mittags um 12:00 die Betriebssirene zur Pause losheulte, dann konnte man dies bis unten am Rhein in einem geschlossenen Haus noch hören. Dann sah man Unmengen von Männern flott auf ihren Fahrrädern nach Hause zum Mittagessen fahren. Um 12:45 heulte die Sirene dann wieder, um Bescheid zu geben, dass man sich wieder in Richtung Arbeitsplatz zu begeben hätte, denn die Sirene um 13:00 war Arbeitsbeginn. Heute noch, nach über 40 Jahren Stille, habe ich diesen Heulton noch immer in den Ohren, und er war lauter als die damalige Feuerwehrsirene auf dem alten Schulgebäude. 

                

Erbauer der Fabrik war ein amerikanischer Unternehmer namens Heitemeyer. Er ließ das Fabrikgebäude aus gebrannten Steinen der daneben gelegenen Ziegelfabrik aus dem Jahr 1899 mauern. Conte Cioacchino Taveggi, der italienische Schwiegersohn Heitemeyers, hatte offenbar die Idee zum Bau des Kripper Mausoleums für die gräfliche Familie, das heute als Gedenkstätte für die Zivilopfer des 2. Weltkrieges aus Kripp dient.

Später wurde die Fabrik vom Familienbetrieb Gummersbach übernommen. In den besten Zeiten waren in der Lederfabrik bis zu 120 Mitarbeiter mit Produktion und Versand beschäftigt. In den 60er Jahren hatte ich in den Schulferien zwei Wochen in der Kripper Lederfabrik gearbeitet, und Vieles ist mir noch in Erinnerung geblieben. Früher sah man die Menschen in der Fabrik an den großen Fenstern von der Straße aus, und wenn wir als Kinder dort winkten, dann haben sie uns zurück gewunken. Ich erinnere mich noch an Ludwig Berger, Karl Brenner und Philipp Bauer, die ich hinter den Fenstern erkannte.) Siehe http://www.geschichte-kripp.de/63.html
Die Lederfabrik gibt es heute noch. Sie steht noch immer in der Römerstraße. Am 27.Juli 2006 war der letzte Tag der Lederfabrik. Es war der Tag, an dem das Inventar der Fabrik versteigert wurde.

             

Als in den 20er Jahren das Notgeld im Land verteilt wurde, wurden auch Münzen aus unserer Region geprägt. Ich konnte auf einer Versteigerung in Hamburg die 10Pf Münze mit dem Aufdruck der "Kripper Lederfabrik GmbH Kripp A/Rhein" er steigern. Sie gehört zu einer der seltenen Notgeldmünzen, und ist kaum zu finden. Es gibt noch eine 5 Pf Münze und eine 50Pf Münze. Die Münze befindet sich heute beim Bürger- und Heimatverein Kripp.

                                                                  

Nach der Schlachtung werden die frischen Tierhäute gekühlt und in die Lederfabrik gebracht. In der Regel vergehen zwei bis vier Tage von der Schlachtung eines Tieres bis zur Weiterverarbeitung der Haut. In großen Fässern werden die Häute eingeweicht, gewaschen und mit Hilfe von Kalk und Verbindungen aus Schwefel enthaart. Gewebe-, Fleisch- und Fettreste werden mit scharfen Messerwalzen entfernt. Anschließend wird die Haut in ihrer Dicke gespalten. Das obere Narbenleder zeichnet große Reißfestigkeit aus. Das untere Spaltleder ist dünner und wird zum Beispiel zu Veloursleder verarbeitet.

                                    

Nun folgt das Gerben der Häute. Gerbstoffe wie Chromsalze lagern sich in die Eiweißstrukturen der Haut ein und stabilisieren diese. Nun kann die Haut nicht mehr schimmeln oder faulen, sie ist zum Leder geworden. Die Gerbung dauert einige Stunden. Auch heute noch werden pflanzliche Gerbstoffe wie zum Beispiel Fichtenrinde verwendet, in die die Haut rund ein Jahr eingelegt wird. Auf diese Weise entsteht ein besonders hartes und für Schuhsohlen geeignetes Luxus-Leder. Nach dem Gerben wird das Leder entwässert, sortiert und durch Falzen auf eine gleichmäßige Stärke gebracht. Dann wird das gefettete Rohleder gefärbt und getrocknet. Sein endgültiges Aussehen erhält es aber erst durch die Zurichtung. Hierbei werden hauchdünne (Farb-,Glanz-) Schichten auf das Leder aufgetragen. Je nach Anforderung und Mode erhält es eine matte oder glänzende, eine glatte oder genarbte Oberfläche, die ein- oder mehrfarbig ist.


Sanatorium Dr. Karsten in Kripp

Das Sanatorium war ausgelegt in der Behandlung nach den Kneipp'schen Methoden und den Japanbädern. Für sportliche Bestätigung stand in den Luftbädern und im Park eine Anlage für Tennis, so wie eine Halle für Tischtennis.Besonders begehrt war das im Grünen angelegte Mineralschwimmbad, gespeist durch das Wasser der Marie-Luisen-Quelle in Kripp. Das Heilwasser dieser Thermalquelle war Teil der Therapiemöglichkeiten des Hauses. Vorträge über gesundheitliche oder allgemeine Lebensprobleme, musikalische Abendveranstaltungen, so wie auch gelegentliche Ausflüge für Genesende in die wundervolle Umgebung bereicherten den Aufenthalt im Sanatorium.


                Das Sanatorium eröffnete 1937 seine Pforten unter der Leitung von Dr. Hermann Karsten und seiner Frau

Im Prospekt des Sanatoriums lesen wir :
Die Anstalt verfügt neben den üblichen wertvollen Einrichtungen der Kneippmethoden über die von Dr.Karsten selbst mit Erfolg entwickelten heißen Japanbäder. Sie sind als Heilbäder besonders wirksam und beliebt bei Kreislauf-Regulationsstörungen,
rheumatischen Erkrankungen und gegen Praekanzrose.
Außerdem besitzt die Anstalt die älteste, ärztlich geleitete Heil-Sauna Deutschlands in Verbindung mit zwei großen Luftbädern und Liegewiesen.
Das Wesen des Sanatoriums wird bestimmt durch seine besonders persönliche, warmherzige, frohgesinnte Atmosphäre, die viele Patienten seit Jahrzehnten immer wieder in Kripp Heilung suchen lässt.
Hier fühlt sich der Patient nicht nur in der Sprechstunde des langjährig erfahrenen Arztes und Zahnarztes persönlich angesprochen, sondern ebenso durch die kultivierte Einrichtung eines Hauses und die persönliche Betreuung durch den Kreis der Mitarbeiter.

                                                              


Cordfabrik Worms
      

Das 1809 in Nordböhmen gegründete Unternehmen wurde 1945 enteignet. Der letzte Alleininhaber seit 1932, Rudolf Worm, baute 1953 in Kripp die neue Produktionsstätte auf und hatte sich zunächst auf die Herstellung von Baumwollsamt spezialisiert.
Sie konnte das Fabrikgelände übernehmen, nachdem die Gebrüder Breuer dort mit einer Möbelfabrik in Konkurs gerieten. Die Firma Worm  konnte von Kripp aus sehr schnell alte Verbindungen wiederaufnehmen und  es konnten neue Kontakte geschlossen werden. Die Erweiterung der Produktpalette um andere Baumwoll-, Synthetik- und Elastikstoffe bescherte ihm vor dem Zweiten Weltkrieg in Nordböhmen einen beachtlichen Aufschwung. Damals agierte die Firma mit Hilfe von 500 Mitarbeitern in ganz Europa. Nach einer ersten Kündigungswelle im November 2006 waren im März 2007 noch etwa 30 Stellen von der Streichung betroffen. Die Kripper Cordfabrik Rudolf Worm GmbH stellte im Frühjahr 2007 Insolvenzantrag. Nachdem der Produktionsbetrieb bereits über mehrere Jahre Verluste erwirtschaftet hatte, habe die Geschäftsführung das Insolvenzverfahren selbst beantragt, erklärte der mit der Abwicklung betraute Rechtsanwalt Dirk Obermüller aus Bonn. Ein Fortführen der Geschäfte wird es laut Obermüller nicht geben.




Feuerwehrübung 1969 in der Cordfabrik Worm. Rechts steht Oertsvorsteher Christian Iven mit Brandmeister Willi Hoffmann. Der Wasseranschluss ist an der Mittelstrasse, man sieht den unteren Teil des Schornsteins, und am hinteren Teil des Firmen= geländes ist der Batterieweg.



     Kripper Dampfwäscherei


                   


Wer Informationen von der Dampfwäscherei Kripp hat, der melde sich bitte bei mir unter nennwert@aol.com

Die Zeit von Georg Herres bis zurück in die Entstehungsgeschichte dieser Fabrik.

Es können aber auch Informationen abgegeben werden unter Weis-Funk-Kripp@gmx.de