Kripper Notkapelle ©
© Bericht von Willy Weis und Hildegard Funk
Eine kleine, wunderschöne Kapelle ziert das Grundstück in der Quellenstraße 101, unmittelbar gegenüber der Einmündung Voßstraße gelegen. Nicht allzu viel ist von der Entstehungsgeschichte dieser kleinen Kapelle bekannt. Es gibt nur wenige Daten weiter zu geben.

Das über der Eingangstüre befindliche, verwitterte Gemälde der Hl. Familie wurde 1995 ehrenamtlich renoviert.
Erbaut wurde die Kapelle ab 1845 zu Ehren der Muttergottes und war als notkapelle für die Unterbringung des "Allerheiligsten" bei Hochwasser und Überflutung des "Johannessaales" gedacht. Das kleine sakrale Bauwerk soll der Überlieferung nach im Jahre 1845 durch eine Stiftung des Grafen Spee von Arenthal errichtet worden sein.
Auf Verlangen der Kripper Gläubigen an den Remagener Pfarrer und Definitor Windeck, eine kleine Kapelle zur Aushilfe in den Zeiten der Not zu errichten, erhielt dieser zwei Wochen nach seiner Anfrage beim Bischof die Erlaubnis zur Grundsteinlegung. Diese erfolgte am 8.November 1845 durch den Remagener Vikar Schauppmeyer, stellvertretend für den an einem Schwächeanfall erkrankten Definitor Windeck.
Nebst einer knappen Baubeschreibung meldete Vikar Schlappmeyer am 7.Dezember 1846 der bischöflichen Behörde den Vollzug des Kapellenbaus. Auf Anfrage des bischöflichen Generalvikariats vom 18.Dezember 1846 über Einzelheiten des Kapellenbaus teilte der Dechant Klein des Dekanats Ahrweiler zu Niederbreisig am 7.Januar 1847 informationshalber mit, dass die Kapelle nicht fertig gestellt sei. Neben den Fenstern, der Türe und einem ordentlichen Fußboden fehlte noch die gesamte Inneneinrichtung.

Die Unterhaltung des Baus sei keineswegs gesichert und müsse durch Beiträge geschehen. Auch sei die Übertragung des Grundes, auf dem die Kapelle errichtet wurde, nicht durch einen rechtsgültigen Akt geschehen. Die Kapelle sei mit einem Fassungsvermögen von maximal 30 Personen darüber hinaus zu klein und deshalb ungeeignet, darin das heilige Messopfer darzubringen. Der Kripper Gemeinde könne sie höchstens als Heiligenhäuschen dienen.
Darauf sah sich der Remagener Pfarrverwalter Schauppmeyer veranlasst, am 11.Januar 1847 das bischöfliche Generalvikariat über die näheren Umstände des Baus der neuen Kripper Kapelle zu unterrichten. Vier Tage später übersandte er einen Vertrag, der über den Ankauf des Bodens geschlossen war, auf dem die Kapelle steht.