Kripper Kirmes

Gedicht von Elisabeth Lüttgen

In Kripp ist Kirmes. Ist das nicht schön?
Den sonst so stillen Ort an einem Festtag zu sehn.
In der Mitte des Dorfes steht ein Maibaum

mit bunten Bändern, schön anzuschaun.
Das ist fürwahr ein großes Fest
Die Musik vom Abend in der Früh
weckt uns schon und lässt uns keine Ruh.
Die kleine Kapelle sei nicht vergessen,
dort ruft die Mutter Gottes unterdessen
zum kurzen Gebet ladet sie ein,
da kommt so manch armes Mütterlein
der Großmutter ihr Leid zu sagen,
gestärkt geht sie fort mit all ihren Plagen.
Heute hat der heilige Johannes Namenstag.
Auf Erden hat er das Beichtgeheimnis gehütet.
Gott hat ihn am Himmel mit Gnaden behütet.
Auf vielen Brücken seh'n wir seine Statue stehn.
Das Hochamt ist ganz feierlich, alle Bürger feiern mit.
Das Johanneslied wird gesungen, so schön wie es klingt,
wie es einem jeden aus dem Herze dringt.
Zum Festzelt geht es mit Musik und Schritt,
dort wird getanzt mit schnellen Tritt.
Das Schöne aber kommt erst
wenn am Montag der Frühschoppen ist.
So gemütlich wie in Kripp ist es nirgendwo,
das sagt man im Allgemeinen so.
Wollen wir im nächsten Jahr dieses Fest wieder erleben,
das brauchen wir für unser inneres Leben:
Ein Fest der Freude immerdar
bis zum Kirmesfest im kommenden Jahr.
Der Herrgott möge uns noch manches Jahr
Gesundheit und Freude geben, wie es immer war.


                                                                                                Elisabeth Lüttgen

                           

Das Gedicht von Elisabeth Lüttgen kam mir vor langer Zeit zufällig in die Hände. Das Foto oben ist von der Kripper Kirmes. Es zeigt den Festzug am Kirmesmontag in der Früh auf der Voßstraße. Der Satz in ihrem Gedicht "Die Musik vom Abend in der Früh weckt uns schon und lässt uns keine Ruh." ist genau das, was auf dem Foto zu sehen ist. Elisabeth Lüttgen wohnte mit ihren Eltern in dem vorletzten Haus auf der rechten Seite des Fotos.

Hinter dem Tambour Major Walter Schmidt erkennt man auf dem Bild:

Otto Föhr, Klaus Hüppen, Horst Krebs, Rudi Bruder, Gerd Deusen, Paul Hartmann, Helmut Kremer, Robert Leimbach, "Tedda" Schmidt, Paul Hempel, Ludwig Berger, und irgendwo versteckt Herrman Tempel und der Deckelschläger.

Sie konnten 10 Märsche spielen. Preußenmarsch, Waidmannsheil, Kaiser-Wilhelm Marsch, Lockmarsch, Preußens Gloria, Liebe, Jäger aus Kurpfalz, Lorbeer, Brücke am Kwai und den Torgauer Marsch.